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Blik "Nachbarschaft" CD-Review August 08

Rock-Pop mit deutschen Texten ist wohl nichts Neues und durch Bands wie Revolverheld, Peilomat etc. sicherlich auch schon ziemlich abgeerntet, alles in allem also nicht gerade die besten Voraussetzungen um in diesem Genre den großen Erfolg zu finden.
BLIK aus Düsseldorf versuchen es trotzdem und stellen sich dabei mehr als geschickt an. Schaut man sich die Besetzung der Band einmal genau an, fällt einem schnell auf das es sich hierbei keinesfalls um Newcomer handelt, findet man doch Ex-Mitglieder von Krombacher MC, Monkeys with Tools und Valvoline im Line-Up. Die fünf Herren legen Wert auf all das, was bei einer großen Pop-Produktion gerne vergessen, oder weg gewaschen wird: Gefühl und Ehrlichkeit. Man merkt vom ersten Ton an, das hier kein Wort einfach nur so gesungen wird, alles hat Sinn, alles hat Kraft. So einen tiefgründigen Umgang mit der deutschen Sprache ist man ja sonst eher aus dem hohen Norden von Bands wie KETTCAR oder TOMTE gewohnt. So erscheint die Instrumentierung der Band häufig wie ein Teppich auf dem sich die Texte erst so richtig entfalten. Im Studio saß kein geringerer als John Caffery hinter den Regeln, der auch schon seine Finger bei den Platten der TOTEN HOSEN im Spiel hatte.
BLIK ist die Überraschung und Abwechslung die wir in Düsseldorf leider schon seit etwas längerer Zeit suchen. Wollen wir hoffen das die Jungs so weitermachen und bald jeder einen Blik in die Nachbarschaft geworfen hat.
Nils Max / Musikszene Düsseldorf



Blik "Alles getan" CD Review Mai 07

Mit der typischen Indie-Sozialisation ist es ja manchmal schwierig,
so glatt produzierte Musik überhaupt ertragen zu können. Die Produktion sagt Radio und hohe Verkaufszahlen, was es erstmal mühselig macht, Blik das Ohr zu öffnen. Aber es lohnt sich, genau das zu tun. In ihrem Promotext steht als Vergleichsband Selig drin und das ist erstaunlich gut getroffen. Wie diese schaffen auch Blik es auf den drei Songs der Mini-CD 'Alles Getan' Rockmusik zu machen, und innerhalb dieses ausgetretenen Pfades doch immer noch eine Wendung zu finden, die man so nicht erwartet hat.
Intro.de



Alles getan? CD-Review Mai 07

Sie haben alles getan. behaupten Blik auf ihrer neuen Mini-CD, die sie am 16. März in den FFT-Kammerspielen vorstellen wollen. Man darf diese Behauptung getrost als branchenübliche Flunkerei nehmen, denn nätürlich haben die Jungs dieser Band noch längst nicht alles getan. Mit jedem Ton verdichtet sich der Verdacht, dass da noch viel mehr zu erwarten sein dürfte, erhöht sich die Abhänigkeit von solch fein strukturierten Tönen. Das wird schon beim Titeltrack deutlich, der sich zum akustischen Beginn ein bisschen anhört, als stamme er nicht von den Söhnen Düsseldorfs sondern vom mannheimlichen Soulsorger Xavier Naidoo. Aber während Sänger Grischa Bender noch über die Bilanz seines Lebens philosophiert, knallt die komplette Band rein, setzt Frank Schwiklewskis Bratgitarre ein schweres Pfund auf die Klangwaage, bevor sich dann alles wieder in chilipepprige Verspieltheit auflöst, die wiederum zurück ins knackige führt. So müssen Rocksongs von heute klingen, wenn sie etwas bedeuten wollen. Da verwundert es nicht, dass auch die anderen beiden Songs auf dieser EP die Meisterschaft von Blik unterstützen. Nie werden die fünf Jungs peinlich, auch wenn sie ab und schon mal hart an der Sentimentalität vorbeischrammen. Immer fangen sie sich wieder und setzen auf zwischenzeitliche Gewittereinsätze, die von einer Kraft gespeist werden, die man hierzustadt lange nicht kannte. Mehr davon, Jungs. Ihr habt noch lange nicht alles getan.
Hans Hoff / Biograph



Bliks City-Poesie CD-Review Mai 07

Krombacher MC, Monkeys with Tools, Valvoline – klangvolle Namen, die musikbegeisterte Herzen Saltos schlagen lassen. Namen von Bands, die
den Sound Düsseldorfs durch die 90er Jahre wie nur wenige geprägt haben. Entgegen aller Trends sind die Akteure weiter aktiv: Die EP „Alles getan“ ist das erste Lebenszeichen der Allstar-Band BLIK, die seit vergangenem Jahr regelmäßig mit energievollen Liveauftritten für neuen Schwung in der Szene sorgt. Kein Wunder, dass es sich Tote-Hosen-Produzent Jon Caffery nicht nehmen ließ, das Debüt des Quintetts abzumischen: BLIK vereinen frischen Gitarrenrock und Funk zu einer Mischung, die in ihrer Entspanntheit an die Red Hot Chili Peppers oder Selig erinnert. Hier liefert Frank Schwiklewskis mit Saitenakrobatik vom rauhen Brett bis zur filigranen Schnitzerei die rägersubstanz für Grischa Benders pointierten Text. „Das geht raus“ appelliert mit kritischem Blick an Verständnis und Toleranz. Ebenso eindringlich beschreibt „Nachbarschaft“ das einsame Leben als Fremder in der Großstadt. Wenn der Sänger im melancholischen Titelsong die Höhen und Tiefen des Lebens Revue passieren lässt, bleibt unterm Schlussstrich die Lust auf mehr - genau wie nach dem Hören dieser Perle im Teich deutschsprachiger Belanglosigkeit.
Michael Wenzel / Rheinische Post



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